Verfasser-Archiv

Kreationismusdebatte im Europarat

Der Europarat befasste sich am Donnerstag, den 4.10. erneut mit dem umstrittenen Dokument “Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung”, das bereits im Juni zur Abstimmung kommen sollte. Aufgrund eines Antrags konservativer Abgeordneter war das Papier damals kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden. Den Rest des Eintrags lesen »

Aberglauben in den Fluren der Macht

Streng religiöse Unis sind auf dem Vormarsch in Amerika. Ihr Einfluss reicht sogar bis in die US-Regierung. So unterrichtet man am Patrick Henry College die Evolutionslehre zwar, attestiert der biblischen Schöpfungslehre aber, die sowohl „biblisch wahre“ als auch empirisch überzeugendste Erklärung zu sein. Und obwohl hier kaum mehr als 300 Studenten eingeschrieben sind, stellte das streng-religiöse College zuletzt so viele Praktikanten im Weißen Haus wie die über 200 Jahre alte Georgetown University. Ein aktueller Beitrag im Tagesspiegel berichtet über ein Entwicklung in den USA, die mich schaudern lässt!

Beunruhigende Rafinesse

Atlas der Schöpfung“Der Angriff auf die Naturwissenschaft hat Gewicht: Etwa sieben Kilo schwer und mehr als 800 Seiten dick ist der „Atlas der Schöpfung“. Ein optisch wunderbar gestaltetes Buch oder, wie die Zeitschrift “Science” schrieb, “die hinreißendste Attacke auf die Evolution seit langer Zeit“. Wohlgemerkt: Damit ist nichts über den Inhalt gesagt, denn der ist gelinde gesagt unsinnig, wie Sie sich hier überzeugen können! Das Buch wurde kostenlos an Kölner Biologie- und Philosophielehrer verschickt. Die Botschaft: Die Evolutionstheorie ist Betrug, die „göttliche Schöpfung“ eine „Tatsache“. Der Absender: Adnan Oktar alias Harun Yahya, der mit aufwendigem Medieneinsatz und radikalem Fundamentalismus die Welt bekehren will. Im Kölner Stadtanzeiger zeigt Helmut Frangenberg, warum man Aktionen solcher Fundamentalisten nicht einfach ignorieren darf.

Vom Töpfergott zum Urknall

Ist Gott nun tot oder doch nicht? Es ist erstaunlich, wie dieses Thema seit geraumer Zeit den öffentlichen Diskurs besetzt. Da wurde zum Beispiel in Berlin das neue Buch des Theologen, Psychotherapeuten und Arztes Manfred Lütz vorgestellt. Titel: “Gott – eine kleine Geschichte des Größten”. Mit auf dem Podium: Katholik Friedrich Merz (CDU) und der bekennende Atheist Gregor Gysi (Linke). Als Beispiele dafür, dass die Frage nach Gott allgegenwärtig sei, führte der Autor unter anderem den Streit um Darwin und die Kreationisten an. Ein unnötiger Streit, wie Lütz meint und in einem Kapitel begründet, das die “Märkische Allgemeine Zeitung” hier abgedruckt hat.

Adam, Eva und Darwin stellen aus

Ausstellung Rachel HarrisonDarwins Evolutionslehre und deren Ablehnung durch Kreationisten ist Thema einer neuen Ausstellung im Museum.BL im schweizerischen Liestal (Kanton Basel-Land): “Adam, Eva und Darwin. Szenen einer Problembeziehung” zeigt den Streit um Glauben und Wissen: Welche Erkenntnisse brachte die Evolutionstheorie? Worin besteht der Unterschied zwischen Wissen und Glauben? Die Kunsthalle Nürnberg nähert sich dem Thema künstlerisch und bebildert - wie der Donaukurier schreibt - höchst amüsant und bunt die Kontroverse um “Gott oder Evolution”. Die amerikanische Künstlerin (1966 in New York geboren) stellt dort in ihre ersten deutschen Einzelausstellung unter dem Titel “Voyage of the Beagle” vor.

Ideenwettbewerb der Volkswagenstiftung: Evolution heute

Die VolkswagenStiftung nimmt das “Darwinjahr” 2009 zum Anlass, die Bedeutung der Evolutionsbiologie für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche herauszustellen und das Thema einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Mit ihrer Ausschreibung für einen „Ideenwettbewerb Evolution heute“ will sie insbesondere den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Förderinitiative Evolutionsbiologie.

Darwin Day Celebration

Am 12. Februar 2009 jährt sich Darwins Geburtstag zum 200. Mal. Zum Andenken an den großen Naturforscher wurde unter www.darwinday.org eine Website eingerichtet, die dazu beitragen will, dass der Jahrestag gebührend gefeiert wird. So sollen Symposien, Konferenzen, Vorträge, Ausstellungen und Filmvorführungen in aller Welt stattfinden. Auf dem Portal findet man Unterstützung und individuelle Beratung für die Planung eigener Events. Für die Übersetzung dieses z.Z. nur in Englisch verfügbaren Webangebots ins Deutsche (und diverse weitere Sprachen) werden übrigens noch Helfer gesucht.

Darwin als Netzwerker

“Sein Vater bezeichnet ihn als ‘unterdurchschnittlich begabt’, der Schulleiter tadelt ihn als »wenig bemüht«, und seine älteren Schwestern bemängeln seine Langsamkeit beim Lernen.” So beginnt ein Artikel von Maren Soehring bei “Zeit Campus”, in dem sie Charles Darwins Zeit als Student beleuchtet. Was für eine Sorte Student wäre der Naturforscher wohl heute? Ein interessantes Gedankenspiel!